Ehrenamtlich Engagierte in Demokratieförderung, Klima- und Umweltschutz oder anderen zivilgesellschaftlichen Feldern stoßen oft an ihre Grenzen: Überlastung, Konflikte, fehlende Wertschätzung. Mut-Räume bietet professionell geleitete Gruppensupervision, in der Engagierte sich austauschen, gegenseitig stärken und neue Perspektiven gewinnen. Ein Angebot der Domberg-Akademie, gefördert von der Zukunftsstiftung Ehrenamt Bayern.
Ehrenamtliches Engagement bewegt viel – und fordert viel. Wer sich für Demokratie, Klima- oder Umweltschutz und andere gesellschaftliche Anliegen einsetzt, erlebt neben Sinn und Gemeinschaft oft auch Überlastung, soziale Konflikte, diffuse Erwartungen und das Gefühl, mit den eigenen Fragen allein zu sein.
Genau hier setzt Mut-Räume an: ein Format der professionell geleiteten Gruppensupervision, das Engagierte emotional stärkt, Burnout und Frustration vorbeugt und durch angeleiteten Austausch neue Motivation für das eigene Engagement schafft. In kleinen, festen Gruppen treffen sich Menschen mit unterschiedlichen ehrenamtlichen Hintergründen, um voneinander zu lernen, sich gegenseitig zu unterstützen und sich untereinander zu vernetzen.
Es gibt kein starres Programm – die Themen kommen von den Teilnehmenden selbst. In rund zweistündigen Sitzungen im Abstand von etwa vier Wochen wird konkrete Fallarbeit mit thematischen Impulsen (z. B. zu Resilienz, Selbstfürsorge oder Wertschätzung) und erlebnisorientierten Methoden kombiniert – etwa Visualisierungsarbeit, Aufstellungen oder Atemübungen. So bleibt genug Zeit, das Besprochene zu verarbeiten und im eigenen Engagement auszuprobieren.
Mut-Räume richtet sich an Menschen, die sich ehrenamtlich engagieren – insbesondere in der Demokratieförderung, im Klima- und Umweltschutz sowie in weiteren zivilgesellschaftlichen Feldern.
Die Grundidee
Ehrenamtliches Engagement lebt von Menschen, die bereit sind, Verantwortung zu übernehmen, sich einzumischen und für eine Sache einzustehen, die größer ist als sie selbst. Diese Bereitschaft ist ein hohes Gut – für die Demokratie, für den Zusammenhalt vor Ort, für den Schutz von Klima und Umwelt. Sie hat aber ihren Preis: Wer sich engagiert, trägt oft nicht nur die Aufgabe selbst, sondern auch die Erwartungen anderer, Konflikte innerhalb der Gruppe, Kritik von außen und die eigene Enttäuschung, wenn Wirkung ausbleibt oder Wertschätzung fehlt.
Mut-Räume setzt genau an diesem Punkt an. Die Grundidee ist einfach und zugleich wirkungsvoll: Menschen, die sich engagieren, brauchen selbst einen geschützten Ort, an dem sie über das sprechen können, was sie im Ehrenamt bewegt, belastet oder verunsichert – begleitet von professioneller Supervision und im Austausch mit anderen, die Ähnliches erleben. Nicht als Fachberatung oder Problemlösungs-Workshop, sondern als Raum zum Reflektieren, Durchatmen und gegenseitigen Stärken. Wer erlebt, mit den eigenen Fragen nicht allein zu sein, findet neue Kraft und neue Klarheit für das eigene Engagement – und bleibt ihm eher treu, statt es aus Erschöpfung aufzugeben.
Warum es dieses Angebot gerade jetzt braucht
Engagierte stehen aktuell unter besonderem Druck. Gesellschaftliche Konflikte verschärfen sich, der politische Diskurs wird rauer, und wer sich sichtbar für Demokratie, Klimaschutz oder andere gesellschaftliche Anliegen einsetzt, sieht sich nicht selten Anfeindungen, Unverständnis oder schlicht Erschöpfung ausgesetzt. Hinzu kommen Sinnfragen: Lohnt sich der Einsatz noch, wenn die politische Lage so bewegt und unsicher wirkt? Viele Engagierte erleben zudem diffuse Rollenerwartungen, Konflikte innerhalb ihrer Gruppen und das Gefühl, für ihren Einsatz zu wenig Anerkennung zu erhalten.
Diese Gemengelage bringt viele an ihre Belastungsgrenze – mit der realen Gefahr, dass wertvolles Engagement reduziert oder ganz aufgegeben wird. Gerade in „bewegten Zeiten" wie diesen ist es daher besonders wichtig, die Menschen zu stärken, die sich für unsere Gesellschaft einsetzen, statt ihr Engagement als selbstverständlich vorauszusetzen. Mut-Räume möchte genau hier ansetzen: nicht das Engagement selbst inhaltlich unterstützen, sondern die Menschen dahinter – mit Resilienz, Austausch und dem guten Gefühl, gesehen und wertgeschätzt zu werden.
der Teilnehmenden bewerteten Mut-Räume mit „sehr gut" oder „gut"
besuchten alle oder fast alle Sitzungen
stimmten voll zu: „Die Gruppensupervision Mut-Räume unterstützt Menschen in ihren Ehrenämtern"
Der Podcast „Unschlagbar“ nimmt die Vielfalt der katholischen Erwachsenenbildung in den Blick. Vorgestellt werden besondere Bildungsinitiativen aus den Bereichen Religion und Gesellschaft – darunter auch Angebote der Domberg-Akademie. Ein Podcast über neue Perspektiven, spannende Themen und Bildung, die Menschen ins Gespräch bringt.