26. Januar 2021: Der Begriff "Kultur" - ebenso missverständlich wie unverzichtbar

Der Vortrag soll zur Erklärung des Begriffs "Kultur" beitragen und dazu anregen, über Kultur in ein konstruktives Gespräch zu kommen.

Der Begriff der Kultur ist in aller Munde und scheinbar selbstverständlich. Tatsächlich jedoch wird er extrem vieldeutig verwendet. Bereits 1952 wurden 175 verschiedene Definitionen gezählt. Führt ein derart vieldeutiger und nur scheinbar klarer Begriff nicht zwangsläufig zu Fehldeutungen und Missverständnissen? Für den Soziologen Niklas Luhmann jedenfalls ist der Begriff der Kultur "einer der schlimmsten Begriffe (...), die je gebildet worden sind".
Dennoch: Wenn wir uns selbst und andere Menschen wirklich verstehen, ein gutes Miteinander in Vielfalt gestalten und Gesellschaft produktiv verändern wollen, müssen wir stets diejenige Dimension berücksichtigen, die gemeinhin eben als "kulturell" bezeichnet wird. Wir können also auf den Kulturbegriff nicht verzichten, müssen aber klären, was wir damit meinen - für uns selbst und für die Gesprächspartner*innen.

 

2. Februar 2021: 90 Minuten zu Toleranz in der interkulturellen Begegnung | Online-Workshop

90 Minuten zu Toleranz in der interkulturellen Begegnung ist der Online-Workshop für alle, die in Konfliktsituationen partnerschaftlich kommunizieren wollen.

Treffen Menschen unterschiedlicher kultureller Prägung aufeinander, kommt es immer wieder zu Auseinandersetzungen. Die Ursache dafür wird dann meist in einem tatsächlichen oder vermeintlichen kulturellen Unterschied gesehen. Um diese zu bewältigen, bedarf es der wertschätzenden Haltung der Toleranz - aber wie kommt man zu dieser? Anhand praktischer Übungen gehen wir unserer persönlichen Toleranz auf die Spur und überprüfen den Toleranz-Begriff auf seine Alltagstauglichkeit. Gemeinsam in der Gruppe erproben wir Handlungsstrategien die uns helfen, einander auch in schwierigen Situationen wertschätzend zu begegnen.

 

9. Februar 2021: "Migration" als Politikum: ein altes Phänomen mit neuer Brisanz | Online-Seminar

In diesem interaktiven und diskursiven Vortrag werden der vielschichtige Prozess der Migration sowie die politische Instrumentalisierung des Begriffs näher befragt:

Das Auswandern oder zeitweise Leben in anderen Ländern und Kulturräumen war und ist ständiger Teil der Menschheitsgeschichte. Politisch problematisch und sozial herausfordernd wird es bei erzwungener Migration im Kontext von Flucht und Not. Dann müssen sich Einzelne, ganze Gruppen und die Ankunftsgesellschaft in relativ kurzer Zeit neu orientieren und verorten. Wie kann die Pluralität der Herkünfte, Lebensformen und Wertvorstellungen gerade zum sozialen Mehrwert und zur politischen Chance werden?
Um das besser zu verstehen, wird Migration als vielschichtiger Prozess betrachtet, ebenso die politische Instrumentalisierung des Begriffs, die in der Zuschreibung von kultureller Fremdheit oder "Migrationshintergrund" zum Ausdruck kommt. Inwiefern das unfair oder sogar diskriminierend sein kann, und wie ein gutes Zusammenleben in einer Migrationsgesellschaft wie der unsrigen dennoch möglich ist, wird im Rahmen der Veranstaltung gemeinsam befragt und diskutiert.

Referentin für (Inter)Kulturelle BildungMagdalena Falkenhahn

mfalkenhahn@domberg-akademie.de

T: 08161/181-2158